Wandern mit Kind - Tipps zur Vorbereitung, Ausrüstung und für unterwegs - von KOKADIne zu KOKADIne

#3 Wandern und größere Strecken mit Baby

Herzlich willkommen zum dritten Teil meiner Gast-Blogbeitrags-Reihe bei KOKADI!

Dieses Mal geht´s um „Wandern und größere Strecken mit Baby“. Im April 2018 bin ich mit meinem damals 4-5 Monate alten Sohn etwa 300km auf dem Jakobsweg in Spanien unterwegs gewesen. Das war nicht mein erster Fern-Wanderweg und ganz unvorbereitet habe ich mich selbstverständlich auch nicht mit Baby im Schlepptau auf den Weg gemacht. Aber man wächst ja schließlich mit den Herausforderungen und mit seiner Erfahrung!

Der Entschluss

Wenn ihr in Erwägung zieht, euch auf den Weg zu machen, dann ist die erste Überlegung: was habt ihr überhaupt vor? Wie ist die Infrastruktur vor Ort? Und wie schaut es mit eurer Kondition aus? Wollt ihr eine mehrtägige Wanderung unternehmen oder plant ihr Tagesausflüge von derselben Unterkunfts-Basis? Oder macht ihr einfach nur City-Sightseeing und kommt so wie ich auch mal auf ca. 30km laut Schrittzähler? Und…natürlich…was ist euer Baby gewohnt und was wird es „mitmachen“? Je größer sie werden, desto mehr wollen sie selbst laufen ;)!

In erster Linie anhand von unserem Jakobsweg nehme ich euch also gedanklich mal mit auf die Reise! Das meiste hier bezieht sich also auf Allgemeines und die „ganz Kleinen“. Ein paar Erfahrungen von kürzlichen Wanderungen (mit meinem inzwischen 19 Monate alten Sohn) fließen aber dennoch auch mit ein! Hier also wiederum ein paar persönliche Tipps, die nur darauf warten, von euch erprobt und erweitert zu werden:

Ich bin immer schon gerne und viel spazieren und wandern im Sommer oder Skitouren im Winter gegangen. Viel auch mit dem Alpenverein (der bei einer Mitgliedschaft übrigens auch tolle Ermäßigungen und Versicherungsschutz mit sich bringt!). Durch den Nachwuchs sollte sich daran nichts ändern. Eine 1-wöchige Trekking-Tour mit 20kg-Rucksack durch die Wildnis im zentralasiatischen Kirgistan, oder Gipfelstürme auf südamerikanische 6000er mögen zwar inzwischen nicht mehr meine erste Wahl sein, das bedeutet aber noch lange nicht, dass man deswegen nichts Spannendes mehr unternehmen kann ;)!

Die Babytrage

Beim Wandern mit Baby ist die erste und wichtigste Entscheidung das Tragesystem. Wie bei der Wahl der Schuhe sollte die Babytrage schlicht und einfach bequem für euch sein! Ich bin unendlich froh um die Trageberatung und die Geduld meiner Trageberaterin, mehrere Tragesysteme und auch Marken mit mir durchzugehen. Ich als Rucksack-Freak bin einfach beim KOKADI Flip hängen geblieben. Die Full-Buckle-Trage mit Tragetuchstoff hat mich persönlich einfach überzeugt! Und während ich schon ungefähr 10 Rucksäcke in unterschiedlichen Größen und für die verschiedenen Einsatzzwecke (Reisen, Wandern, Skitouren etc.) besitze, habe ich inzwischen auch den Flip in sämtlichen verfügbaren Größen daheim J! Gönnt euch eine Trageberatung und findet die richtige Trage für euch und euren Spatz!! Das ist eine super Investition!! Und bei KOKADI ist für jeden was dabei…von Tragetuch, Flip, Wrapstar etc.! Den Jakobsweg haben wir selbstverständlich in Babysize-Größe gemacht (5 Monate bei Heimkehr). Vor allem der Wechsel auf die Toddler-Größe mit den zusätzlichen Schnallen beim Flip, die das Gewicht von der Schulter auf die Hüfte verlagern, ist für mich ein Unterschied zwischen Tag und Nacht gewesen! Das Tragen finde ich damit nochmals um Welten angenehmer!!

Tragen bzw. Wandern ist einfach perfekt! Es ist schonend für den Kreislauf, es ist eine Art Training und unterstützt die Rückbildung nach der Schwangerschaft, aber vor allem ist es die Nähe zum Kind. Und diese Nähe bietet Sicherheit und Geborgenheit. Das Gehen wackelt naturgemäß und dieses Schunkeln beruhigt. In der Trage hat mein Kleiner von Anfang an gerne und viel geschlafen, weil er den Körperkontakt einfach genießt und damit seinen „Tagesbedarf an Kuscheleinheiten“ gut decken kann. Außerdem waren wir bei Wind und Wetter an der frischen Luft und in der Natur! Beim Flip finde ich die Kopfstütze, die man mit den Knöpfen befestigen kann einfach super. Sobald mein Kleiner eingeschlafen ist, kann ich die Kopfstütze ganz einfach schließen, ohne ihn aufzuwecken, wie mir das mit Kordeln an einer anderen Trage beispielsweise mal passiert ist. Je nach Blend des Stoffes, bietet die Trage auch zusätzlich Wärme – wie eine weitere Klamottenschicht, wobei man als Mutter die Temperatur für seinen Schatz durch den eigenen Körper ein Stück weit mitreguliert. Bei frühlingshaften Temperaturen hatte ich gut daran getan, selbst nicht zu warm angezogen zu sein, damit ich nicht schwitze. Der Kleine war mit Fleeceanzug über seinen Klamotten in der Trage und sein Nacken hat sich stets angenehm warm angefühlt. Je nach euren Vorlieben und den jeweiligen Gegebenheiten tun es Wollwalk, Softshellanzug oder einfach nur Stulpen aber auch! Und ganz grundsätzlich finde ich den Tragetuchstoff von KOKADI einfach super anpassungsfähig und geschmeidig!

Zum Zeitpunkt des Jakobswegs war ganz klar, dass ich vorne tragen würde. Mir war es immer schon wichtig, Blickkontakt zu meinem Schatz zu haben, um zu sehen, wie es ihm geht und wann er schläft etc. Nachteil ist, dass man nicht so genau sieht, wohin man steigt, wenn man das Kind vorne trägt. Höhenmeter habe ich daher nach Möglichkeit vermieden oder bin mit Stöcken als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme gegangen. Als er nach dem Jakobsweg sein Köpfchen selbst halten konnte, haben wir ihn ein paar Mal auf dem Rücken getragen, das minimiert die Stolpergefahr drastisch. Nichtsdestotrotz, mein Favorit blieb lange Zeit, vorne zu tragen. Vorne sein Kind zu tragen, hat den Vorteil, dass auf dem Rücken noch Platz für einen kleinen Rucksack ist. Auf dem Jakobsweg hatte ich im Tagesrucksack auch wirklich nur das Wichtigste für den Tag dabei, und ansonsten unseren „Reise-Rucksack“ über einen Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft schicken lassen!

Inzwischen ist mein Sohn 19 Monate alt. Wenn wir jetzt spazieren oder wandern gehen, trage ich ihn lieber hinten. Selbst im Vergleich zu einer Kraxe ist es für mich viel angenehmer, meinen Sohn in der Babytrage hinten zu tragen. Das Gewicht meines Sohnes (ca. 12kg inzwischen) fällt hinten weniger auf als vorne. Und das Eigengewicht der Kraxe ist natürlich viel höher als bei einer Babytrage. Wenn mein Mann und ich jetzt gemeinsam unterwegs sind, trage ich unseren Sohn in unserem KOKADI Flip hinten, und mein Mann trägt auf dem Rücken unseren Tagesrucksack mit den wichtigsten Utensilien. Wenn ich so wie auf dem Jakobsweg damals, jetzt wieder alleine unterwegs bin, dann nur kürzere Sachen und bei stabilem Wetter. Ich schnalle mir dann eine Gürteltasche mit etwas zum Trinken für uns beide sowie Feuchttüchern und einer Ersatz-Windel um den Bauch. Bei einer Gürteltasche muss man minimalistisch sein und notfalls auf eine gute Infrastruktur der Spazier- & Wanderziele zurückgreifen können!

Aber: Geschmäcker sind verschieden, hört einfach in euch hinein! Und aus eigener Erfahrung kann ich nun sagen, dass sich Vorlieben auch mit der Zeit ändern J! Bleibt offen und probiert was aus! Geht es langsam an und ihr werdet schrittweise an den Herausforderungen und Erfahrungen wachsen!

Die Streckenplanung

Nachdem ich vorne getragen habe und trotzdem kein unnötiges Risiko eingehen wollte, habe ich mir die Höhenprofile des Jakobswegs durchgesehen. Ich habe möglichst flache Wegstrecken ausgewählt und habe schwierigere Abschnitte mit dem Bus oder mit dem Zug umfahren. Einschlägige Literatur bietet gute Streckenbeschreibungen und man kann neben Höhenprofilen auch von Schlüsselstellen vorab erfahren und sich dann bei der Tourenplanung überlegen, was man sich selbst zutraut. Die Antwort sollte in jedem Fall mit Baby dabei „souverän“ sein und keine echte Herausforderung darstellen. Für den Notfall hatte ich auch Wanderstöcke dabei, um die ich vor allem dankbar war, als es vom Regen etwas rutschiger war.

Beim Wandern in den schönen, österreichischen Alpen, als ich bewusst vorne tragen wollte, habe ich halt (einfache) (Forst-)Wege ausgesucht, damit ich nicht über Wurzeln oder dergleichen stolpere. Ich bin solche Wege gegangen, die ich kannte und mir vorne tragend zugetraut habe. Ich finde es nach wie vor praktisch, mein Kind vorne zu tragen, und auf dem Rücken meinen Tagesrucksack zu haben. Ist man zu zweit mit Nachwuchs unterwegs, kann man sich wie bereits erwähnt, Kind und Tagesrucksack natürlich aufteilen und jeder trägt hinten. Sobald die Kleinen ihren Kopf halten können, ist das hinten tragen eine gute Option! Probiert es aus! Letztendlich kommt es aber immer auf euer Bauchgefühl an!

Auf welche Höhenmeter führt euch eigentlich eure geplante Tour? Erwachsene fangen bei ungefähr 2.500 Höhenmetern an, sich akklimatisieren zu müssen. Die Kleinen spüren die dünnere Luft schon früher und sind bei der Höhe meistens sensibler. Tastet euch langsam ran und zieht ansonsten gegebenenfalls auch einen Mediziner zu Rate!!

Zur Tourenplanung gehört auch der Wetterbericht. Wenn der Wetterbericht von Haus aus schlechtes Wetter ansagt, dann lasst es lieber sein und sucht euch ein Alternativprogramm oder nehmt andere Verkehrsmittel. Macht euch aber auch darauf gefasst, dass der Wetterbericht nicht unbedingt Recht haben muss! An einem Tag auf dem Jakobsweg war beispielsweise Nieselregen angesagt und letztendlich hat es wie aus Kübeln geschüttet. Und das an einer Stelle, wo ich dann auf keinen Bus mehr ausweichen konnte, als ich bereits unterwegs war. Ich war froh um meinen professionellen Poncho, unter dem Kind und Rucksack Platz gefunden haben. Vorteil beim Poncho ist, dass er auch bei Wind mitspielt, während ein Regenschirm schnell den Geist aufgibt. Wenn es nicht windig ist, kann beim vorne tragen auch ein Outdoor-Regenschirm sinnvoll sein, der lässt sich an den Verschlüssen des Rucksacks befestigen und man hat wiederum beide Hände frei!

Wenn es kälter ist, dann ist das „Zwiebelprinzip“ die beste Strategie. Mehrere Schichten an Klamotten übereinander wärmen am besten und lassen sich stufenweise gut regeln. Handschuhe und Mütze klingen manchmal lächerlich, aber auch ohne den Filius bin ich schon so manches Mal überraschenderweise über ein paar Notfall-Handschuhe froh gewesen.

Bei meiner Tourenplanung für den Jakobsweg habe ich mir eine Excel-Tabelle basierend auf der Führerliteratur erstellt. Ich habe alle Orte aufgelistet und welche Entfernung sie zueinander haben bzw. wie viele Höhenmeter auf mich zukommen würden. Ebenso habe ich notiert, wo es Busverbindungen, Supermärkte und Trinkwasserquellen gibt. Nachdem ich voll gestillt hatte, habe ich kein Milchpulver oder Beikost gebraucht, wohl aber Windeln. Auf die größeren Städte und größeren Supermärkte dort habe ich mich bei der Planung der Versorgungslage verlassen können. Plant euch eure Verpflegung also gut ein und nehmt Dinge, die schwierig zu bekommen sind, lieber mit! In Cafés und Schutzhütten bekommt man zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit heißes Wasser, aber höchstwahrscheinlich wird es bei Milchpulver schwierig! Und für den Weg zu den Schutzhütten unbedingt auch genügend an Getränken und Proviant mitnehmen!

Auf dem Jakobsweg war die Beschilderung verlässlich sehr gut. Das ist nicht immer so bei Wanderungen. Sich zu verlaufen ist insbesondere mit Nachwuchs nicht lustig. Deswegen ist es ratsam, Kartenmaterial dabei zu haben. Bestenfalls habt ihr auf dem Handy Offline-Karten eurer Strecke bereits heruntergeladen. Die „alpenvereinaktiv“-App ist beispielsweise ein heißer Kandidat. Im Internet findet man zu vielen Wanderungen allerdings auch GPS tracks, damit man sich nicht verirrt.

Die Tagesetappen sollten eurer Kondition angepasst sein. Und lieber konservativ planen. Euer Kind wird getragen, das ist am Abend also nicht müde von der Wanderung und hat Energie. Plant eure Tagesetappen und Kraftreserven so, dass ihr eurem Kind abends noch genug Aufmerksamkeit schenken könnt und am nächsten Tag wie neugeboren wieder durchstarten könnt. Ihr werdet Kraft und Energie für 2 brauchen! Also vorab so viel wie möglich daheim ausprobieren!

Die Vorbereitung

Wenn ihr wisst, was ihr vorhabt und eine angemessene Vorbereitungszeit einplant, dann könnt ihr neue Routinen entwickeln.

Als mein Sohn 2 Wochen alt war, habe ich angefangen, mit ihm spazieren zu gehen und ihn im KOKADI Flip zu tragen. Nach 10 Wochen Bettruhe während meiner Schwangerschaft war meine Kondition de facto nicht mehr existent. Ich erinnere mich noch gut, dass sich am Anfang 2km Spaziergang im Dunstkreis unserer Wohnung wie ein Marathon angefühlt haben. Unser Tagespensum an Spaziergängen habe ich täglich ein kleines bisschen gesteigert.

Wichtig ist es dann, einfach am Ball zu bleiben und täglich zu „trainineren“. Als mein Kleiner ungefähr 6 Wochen alt war, haben wir eine Schneeschuhwanderung unternommen und kurz darauf habe ich beschlossen, mit ihm 3 Monate später den Jakobsweg zu gehen. Bei der Geburt hat mein Sohn 3,2kg gewogen. Als wir auf dem Jakobsweg waren, lag sein Gewicht bei ungefähr 7kg. Dadurch, dass ich von Anfang an täglich mit ihm spazieren gegangen bin, hat sich mein Rücken auch schrittweise an sein wachsendes Gewicht gewöhnt. Mein Rücken und meine Kondition sind langsam mit und an der Herausforderung „gewachsen“. Über einen Schrittzähler habe ich nachverfolgt, wie viel ich täglich unterwegs war und kam nach kurzer Zeit dann schon auf durchschnittlich 13km pro Tag. Meine Spaziergänge durch die Stadt habe ich als „Testtouren“ angesehen. Ich habe versucht, die Abläufe und Routinen dem späteren Jakobsweg anzupassen. Wir sind morgens früh aufgestanden und der Schlafrhythmus von meinem Sohn hat sich entsprechend eingependelt. Dann sind wir losmarschiert, während mein Mann in die Arbeit ging. Ich habe mich manchmal mit Freundinnen getroffen und uns beide daran gewöhnt, außer Haus zu stillen und Windeln zu wechseln. Ich habe gelernt zu erkennen, wann er schlafen, spielen oder gestillt werden möchte und kannte unsere Routine sehr gut, als wir zum Jakobsweg aufgebrochen sind. Diese Routine war dann nur an einem anderen Ort. Solange er geschlafen hat, bin ich gewandert. Wenn er wach war bin ich ins nächste Café eingekehrt und habe uns beiden eine Pause gegönnt oder habe unterwegs improvisiert. Der Rhythmus meines Sohnes ging immer vor und die Auswahl der Pausenplätze hat sich danach gerichtet. Nach Möglichkeit habe ich mich nach einem Schattenplatz und einer Wickelmöglichkeit umgesehen (später war ein Hochstuhl ein weiteres Kriterium), aber letztendlich war das Luxus, so etwas tatsächlich vorzufinden!

Nachdem ich in der Vorbereitung auf ungefähr 13km pro Tag gekommen bin, habe ich meine Tourenplanung für die erste Woche vor Ort auf ungefähr 10km pro Tag ausgelegt. Das Training sollte immer anspruchsvoller ausfallen, als man es im „Ernstfall“ vorhat!

Die ersten 5 Tagesetappen und Übernachtungen hatte ich von zu Hause geplant und auch gebucht. Die restlichen Tagesetappen habe ich meistens 1-2 Tage im Voraus geplant. Die Unterkünfte hatte ich dann auch angerufen und „vorgewarnt“, dass ich mit einem Baby kommen würde. Gut, dass Spanien kinderfreundlich ist J! Entlang des Jakobsweges sind Einzelzimmer eher Mangelware. Deswegen habe ich vorsichtshalber reserviert. Im Schlafsaal hätten wir zu diesem Zeitpunkt immer einen Schlafplatz gefunden! Abgesehen davon musste ich ja meinem Gepäcktransport mitteilen, wohin sie meinen Gepäck-Rucksack bringen sollten.

Die Ausrüstung

Ist die Wahl der Babytrage getroffen und euer Kleiner genießt das Tragen so sehr wie ihr, dann könnt ihr euch über weitere Themen Gedanken machen. Bei größeren Strecken ist die Wahl der Schuhe auch essentiell. Auf jeden Fall sollten sie eingelaufen sein (Blasengefahr minimiert), eine dicke Sohle haben und am besten über die Knöchel gehen (damit man nicht so leicht umknickt). Die schönen KOKADI Wrapkicks sind also vielleicht eher etwas für kürzere Stadtspaziergänge. Den Jakobsweg bin ich mit meinen Wanderstiefeln gegangen und mit dieser Wahl im wahrsten Sinne des Wortes „gut gelaufen“. Verstärkte Wandersocken taten ihr Übriges. Für den Fall der Fälle würde ich dennoch unter Anderem Blasenpflaster und Fixierband im Erste Hilfe Set dabei haben!

Wenn man als Tagesausflug unterwegs ist, benötigt man auch wirklich nur die Sachen für den Tag…Sonnenschutz, großzügig Getränke, Snacks, Windeln, Unterlage, Feuchttücher, Wechselklamotten, Regenponcho, Tragejacke bzw. Windstopper-Jacke mit Jackenerweiterung, Erste Hilfe Set, Spucktuch, Spielsachen etc. All das passt in einen Tagesrucksack. Den Rest habe ich im großen Gepäck-Rucksack transportieren lassen. Mit Baby und Tagesrucksack bin ich alleine ja schon auf ca. 15 kg gekommen.

Meine Getränke habe ich in ein Trinksystem im Rucksack abgefüllt. Ich habe also aus einem Schlauch getrunken. Das hatte den Vorteil, dass ich den Rucksack nicht absetzen musste und nicht riskiert habe, meinen Kleinen dadurch aufzuwecken, als ich etwas trinken wollte. Das Trinken konnte ich also ganz bequem im Gehen erledigen und meinen Flüssigkeitshaushalt dennoch gut regulieren.

Wenn man mehrere Tage unterwegs ist, dann hat man schon etwas mehr Gepäck dabei! Die Faustregel für mehrtägige Wanderungen besagt, dass der Rucksack nicht schwerer als 10% des eigenen Körpergewichts betragen sollte. Das war in meinem Fall alleine schon durch mein Kind in der Trage überschritten. Die restlichen Dinge sollten daher möglichst minimalistisch gepackt sein. Wie auf vielen Fernwanderwegen gab es auch am Jakobsweg das Angebot eines Gepäcktransports. Das Reisegepäck wird täglich in der Früh in der aktuellen Herberge abgeholt und erreicht meistens bis Mittag die nächste, gebuchte Unterkunft. Das war mein „Trick“, um einerseits für 1 Monat auf Reisen genug dabei zu haben, gleichzeitig allerdings nur das Gewicht des Tagesrucksacks neben meinem Liebling zu tragen.

Darüber hinaus rate ich euch, einmal zur Probe zu packen. Meinen Tagesrucksack hatte ich bereits Monate vor dem Jakobsweg in Original-Ausstattung bei den täglichen Spaziergängen dabei; die Ausrüstung hat sich im Laufe der Zeit auch verändert. Durch die Erfahrung habe ich gesehen, was mir unterwegs gefehlt hat, oder was ich mehrfach überhaupt nicht gebraucht und unnötig mitgeschleppt habe. Auch das „große Gepäck“ würde ich mindestens 1 Woche vor Abreise einmal zur Probe packen. Viele Sachen zum Packen gelten hier aber genauso wie bei meinem Blogpost #1 „Planung & Vorbereitung“.

Je nach der Jahreszeit und Klimazone in der ihr unterwegs seid, solltet ihr angemessene Kleidung wählen. Vergesst auch den Sonnenschutz nicht! Langärmelige Kleidung und ein Sonnenhut sind immer noch der beste Sonnenschutz für die Kleinsten. Dennoch solltet ihr auch an Sonnencreme und Sonnenbrille denken. Und bei euch selbst auch kulturell angemessene Kleidung überlegen; seid ihr beispielsweise in Italien unterwegs, darf man in Kirchen nur rein, wenn man Kleidung mit bedeckten Knie und Schultern trägt.

Eine tolle Allround-Jacke ist meine Windstopper-Jacke. Solche Windstopper-Jacken halten nicht nur Wind und damit Kälte ab, sondern haben auch ein bisschen Wassersäule und damit einen Basis-Nieselregen-Schutz, ohne dass man nass wird. Für diese Jacke hatte ich also eine Jackenerweiterung besorgt und gegebenenfalls meinen Sohn unter der Jacke in der Babytrage getragen. So blieb er immer warm und trocken.

Je nachdem, wo man unterwegs ist, ist nicht gesagt, dass man mit Karte zahlen kann oder einen Geldautomaten findet. Genug Bargeldreserven können da Abhilfe schaffen.

Plant ihr, auf einer Schutzhütte zu übernachten, dann solltet ihr auch an einen dünnen Hüttenschlafsack und an ein eigenes Handtuch denken. Als Hüttenschlafsack kann ich Seidenschlafsäcke empfehlen, die haben ein kleines Packmaß und sind leicht…und man kann sie auch als Doppel-Schlafsack bekommen, damit auch 2 Erwachsene bzw. Kinder Platz haben ;)!

Ein guter Rucksack hat übrigens auch Hüftflossen. Verwendet diese, damit das Rucksackgewicht auf die Hüfte und nicht auf die Schulter verlagert wird! Das klappt auch parallel mit der Babytrage gut!

Unterwegs

In Spanien angekommen, war mit die erste Frage, die ich mir gestellt habe, inwiefern Stillen in der Öffentlichkeit akzeptiert werden würde. Im Internet hatte ich vorab nichts Gegenteiliges gefunden. Es hat nicht lange gedauert, da habe ich in einem Café eine Mutter stillen gesehen. Den ersten Café-Inhaber, wo ich eingekehrt bin, habe ich vorsichtshalber auch gefragt, ob das Stillen okay sei und er hat sofort überschwänglich positiv reagiert. Also, im Zweifelsfall einfach freundlich nachfragen, was euch auf dem Herzen liegt!!

Solltet ihr übrigens Kinder im Geh-Alter haben, so gibt es eine weitere Faustregel die besagt, dass Kinder je Lebensjahr einen Kilometer wandern sollten. Mein Kleiner ist jetzt 19 Monate alt und an manchen Tagen läuft er gefühlt garantiert mehr als 2km. Also…inwiefern diese Faustregel realistisch ist, könnt ihr euch am besten selbst beantworten. Jedes Kind ist sicherlich unterschiedlich, aber vielleicht hilft es ja als Anhaltspunkt!?

Dass ich auf dem Jakobsweg mit KOKADI Babytrage unterwegs war, darüber war ich auch im Nachhinein froh. Einerseits habe ich von einer Familie gehört, die ihren Kinderwagen nicht im Bus transportieren durfte. Andererseits waren ein paar Passagen dabei, die definitiv nicht Kinderwagen-tauglich gewesen wären. Beispielsweise ein paar einzelne, große Steine, über die man einen Bach überquert hat...oder insbesondere an eine schmale, stufenartige Stelle erinnere ich mich ebenfalls. Mit einer Trage ist man einfach viel flexibler und die ganzen anderen Vorteile des Tragens kennt ihr ja sowieso ;)!

Alles in allem…ich wiederhole mich…aber es ist einfach wichtig: hört auf eure Intuition! Folgt eurem Bauchgefühl! Und niemand kennt euer Kind so gut wie ihr! Nur ihr habt Routinen mit eurem Liebling entwickelt! Spazieren gehen und sein Kind zu tragen ist etwas ganz Natürliches…und es liegt an euch, was ihr daraus macht. Sammelt Erfahrungen und entwickelt Routinen, so dass ihr souverän mit euren Schätzen unterwegs seid – was auch immer der Komfortbereich für euch bedeutet. Von Stadtspaziergang über Almenwanderung, Alpenüberquerung oder Jakobsweg J!

Eure Verena aka „Mama Weltenbummel“

P.S.: welche ultimativen Wandertipps habt ihr sonst noch auf Lager?

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